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Die Hitze geht. Das Problem bleibt.

Autorenbild: Pascal Becker
Pascal Becker
20. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Juli

Jede Hitzewelle löst dieselbe Reaktion aus. Steigen die Temperaturen, sprechen wir über Hitzeschutz. Fallen sie wieder, verschwindet das Thema aus den Schlagzeilen – und häufig auch aus den politischen Prioritäten.

Dabei spricht alles dafür, dass wir uns genau das nicht mehr leisten können. So hat z. B. die Hitzewelle Ende Juni nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts bundesweit rund 5.100 zusätzliche Menschenleben gekostet.

Während einer Hitzeperiode bestimmen Wassermanagement, Beschattung öffentlicher Räume oder baulicher Hitzeschutz die öffentliche Debatte. Kommunen diskutieren über Trinkwasserbrunnen, Bewässerungsverbote, den Schutz besonders gefährdeter Menschen und die Anpassung ihrer Städte an steigende Temperaturen.

Kaum wird es wieder kühler, geraten diese Themen jedoch häufig wieder in den Hintergrund.

Nicht, weil das Wissen fehlt. Sondern weil politische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit begrenzt ist und immer neue Themen nachrücken.

Gerade deshalb braucht Hitzeschutz Strukturen, die unabhängig von der aktuellen Wetterlage funktionieren.

Hitzeschutz ist vorwiegend kommunale Aufgabe

Hitzeschutz ist eine Querschnittsaufgabe. Er beginnt im Stadtplanungsamt, reicht über Grünflächen- und Umweltämter bis in den Gesundheits- und Katastrophenschutz. Wo viele Zuständigkeiten zusammenkommen, besteht die Gefahr, dass Verantwortung diffus wird und Maßnahmen an Ressortgrenzen, Prioritäten oder knappen Ressourcen scheitern.

Querschnittsaufgaben brauchen deshalb jemanden, der sie zur Chefsache macht.

Dass das gelingen kann, zeigen zahlreiche Kommunen bereits heute. Städte wie Karlsruhe, Mannheim oder Köln haben Hitzeaktionspläne entwickelt und setzen konkrete Maßnahmen um. Dort ist Hitzeschutz nicht nur ein Konzept auf dem Papier, sondern Teil einer strategischen Stadtentwicklung. Sie zeigen, dass sich auch komplexe Querschnittsaufgaben erfolgreich steuern lassen, wenn klare Verantwortlichkeiten geschaffen und politische Prioritäten gesetzt werden.

Zu einem wirksamen kommunalen Hitzeschutz gehören unter anderem:

  • die Beschattung öffentlicher Räume,

  • Straßenbäume und Stadtgrün,

  • entsiegelte Flächen,

  • Trinkwasserbrunnen,

  • kühle Aufenthaltsorte sowie

  • Hitzeaktionspläne für besonders gefährdete Menschen.

Natürlich verfügen nicht alle Städte über dieselben finanziellen Möglichkeiten. Und längst nicht jede Kommune ist gleich weit. Aber gerade deshalb sollten erfolgreiche Beispiele Orientierung für andere Städte und Gemeinden sein.

Jetzt besteht die Chance

Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und den angekündigten Investitionen in den Bevölkerungsschutz eröffnet sich eine seltene Chance: Hitzeschutz dauerhaft in der Stadtentwicklung zu verankern.

Wenn Städte widerstandsfähiger werden sollen, muss Hitzeschutz selbstverständlich mitgedacht werden – nicht als kurzfristige Reaktion auf den nächsten heißen Sommer, sondern als dauerhafte Aufgabe kommunaler Vorsorge.

Jeder zusätzliche Straßenbaum, jede entsiegelte Fläche, jeder Trinkwasserbrunnen und jede Beschattung öffentlicher Räume verbessert nicht nur die Lebensqualität der Bürger sondern kann auch dazu beitragen, die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze spürbar zu verringern.

Vorsorge bleibt persönlich

So wichtig staatliche und kommunale Maßnahmen sind – sie ersetzen nicht die Eigenverantwortung. Dabei muss klar sein: Die nächste Hitzewelle wird kommen.

Ob sie für den Einzelnen zur Belastung oder zur Gefahr wird, hängt oft auch von der eigenen Vorbereitung ab.

Dazu gehören:

  • ausreichend Trinkwasser bevorraten,

  • Wohnräume möglichst kühl halten,

  • Warnmeldungen verfolgen und

  • besonders auf ältere Menschen, chronisch Kranke sowie alleinlebende Nachbarn achten.

Viele dieser Maßnahmen kosten wenig. Im Ernstfall können sie jedoch einen entscheidenden Unterschied machen.

Hier findest du praktische Informationen zur Wasservorsorge, zum 120-Minuten-Plan, zu Warn-Apps und vielen weiteren Bausteinen deiner persönlichen Krisenvorsorge.

Unser Fazit

Hitzeschutz darf nicht erst beginnen, wenn das Thermometer über 30 Grad steigt. Er muss zu einer dauerhaften Aufgabe werden – in unseren Städten, in den Rathäusern und bei jedem Einzelnen. Titelbild: © Luis Graterol

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